Begrüßung

Begrüßung zur Preisverleihung an Peter Kurzeck

Eckhard Lange

  • Namentlich zuerst: Peter Kurzeck, über den gleich noch einiges zu hören sein wird. Und wir sind gespannt, was wir von ihm erfahren dürfen.
  • Als zweiten: den Hausherrn, Herrn Dirk Köhler, Direktor der Sparkasse Uelzen/Lüchow-Dannenberg, die unserer Preisverleihung nun schon zum zweiten Mal ihren schönen Veranstaltungssaal zur Verfügung stellt, inklusive Sektempfang. Herzlichen Dank!
  • Dank und Gruß auch an den Bürgermeister der Stadt Uelzen, Herrn Otto Lukat, der ja wohl maßgeblich darauf hingewirkt hat, dass die unselbständige Stiftung „Das Brasche Lehen“ bei der Stadt Uelzen dieses Jahr einen Zuschuss zum Werner-Bergengruen-Preis bewilligt hat. In einem Schreiben der Stadt an die Werner-Bergengruen-Gesellschaft heißt es ausdrücklich: „Die Stadt Uelzen begrüßt die im Jahre 2011 vorgesehene Verleihung eines Literaturpreises durch die Werner-Bergengruen-Gesellschaft“.
  • Den noch wenige Tage amtierenden Landrat des Landkreises Uelzen, Herrn Dr. Elster, sehen wir diesmal nicht unter uns. Er ließ sich wegen lange vorher angesetzter Termine – es handelt sich wohl um seine Abschiedstournee – mit Bedauern entschuldigen. (Allerdings freue ich mich, an seiner Statt den künftigen Landrat des Kreises Uelzen, Herrn Dr. Heiko Blume, begrüßen zu dürfen.)
  • Natürlich gilt ein besonderer Willkommensgruß auch dem Laudator der heutigen Preisverleihung, unserem bewährten Juror Wend Kässens, der dankenswerter Weise für den erkrankten Andreas Maier eingesprungen ist, Wend Kässens, eine Kapazität nicht nur der norddeutschen Literaturszene (er sitzt in der Jury zahlreicher renommierter Literaturpreise)und über sein „Literarisches Caféhaus“ allen NDR-Hörern noch in guter Erinnerung, aber speziell uns Bergengruenianern bestens bekannt durch seine Laudatio auf die erste Bergengruen-Preisträgerin Svenja Leiber (die ebenfalls unter uns ist: sei herzlich begrüßt, liebe Svenja).
  • Die Verleihung des Werner-Bergengruen-Preises 2011, meine Damen und Herren, hat einige Gäste von weither nach Uelzen gelockt – so weit strahlt der Preis mittlerweile aus (u.a. wurde er in der Süddeutschen Zeitung angekündigt). Und weil man davon in Uelzens Veröffentlichungs-Organen bislang nur wenig Notiz genommen hat – hiesige Zeitungsseiten werden zur Zeit von Herbert Grönemeyer beherrscht – gestatten Sie mir noch ein paar Worte in eigener Sache.
  • Die Werner-Bergengruen-Gesellschaft ist kein lokales literarisches Kränzchen, für das man uns hierorts schon gehalten hat, sondern eine internationale literarische Gesellschaft mit Mitgliedern z.B. auch in der Schweiz, in Polen, Italien und Kanada.
  • Sie kümmert sich um die Verbreitung von Werk und Namen eines Autors, der von der Literaturwissenschaft einst als ein Meister der Novelle im 20. Jahrhundert gerühmt wurde und auch mit seinen Romanen und Gedichten laut einer Spiegel-Umfrage noch 1967 neben Herrmann Hesse der beliebteste deutsche Autor unter deutschen Studenten war. Er fehlte in keinem Schullesebuch der Nachkriegszeit – bis ihn die Dominanz der Gruppe 47 und vor allem die Ideologie der 68er in den Hintergrund drängte.
  • Als ich 2007 als Nachfolger von Professor Kroll die Präsidentschaft der Bergengruen-Gesellschaft übernahm, war es mir ein Anliegen, insbesondere heutige, auch jüngere Autoren an das Werk Bergengruens wieder zu erinnern, und in der Tat scheinen heute die ideologischen Marschrouten von damals keine Rolle mehr zu spielen, die Scheuklappen vor dem angeblichen Dichter der „heilen Welt“, Bergengruen – ein fundamentales Missverständnis – gefallen. Arnold Stadler gestand vor zwei Jahren an dieser Stelle, dass ihn Bergengruens Gedicht „Leben eines Mannes“ („Gestern fuhr ich Fische fangen….“) seit seiner Jugend begleitet, auch Svenja Leiber und Steffen Kopetzky haben ihm hier ihre Reverenz erwiesen, Matthias Politicki teilte uns mit, dass seine „Jenseitsnovelle“, vor einiger Zeit erst vom NDR in der Reihe „Am Morgen vorgelesen“ ausgestrahlt, ganz wesentlich von Bergengruens „Ungeschriebener Novelle“ inspiriert wurde, Daniel Kehlmann sagte uns, das Lieblingsbuch seiner Mutter und damit seiner Schulzeit sei „Der Großtyrann und das Gericht“ gewesen.
  • Nicht zuletzt entdeckt die Wissenschaft Bergengruen wieder als Hauptvertreter einer „Inneren Emigration“ im Dritten Reich, die diese Bezeichnung wirklich verdient. Vor zwei Jahren, auf einer international besetzten Tagung in Chemnitz, wurde sein Name unter den Autoren im innerdeutschen Widerstand gegen Hitler an erster Stelle genannt.
  • Man findet sich also in der Werner-Bergengruen-Gesellschaft sozusagen „in bester Gesellschaft“. (Hinweis auf ausliegende Flyer) Wir beschränken uns nicht auf die Pflege des Andenkens im kleinen Kreis, auf Nabelschau und Diskussionen „unter uns“. Hier in Uelzen bieten wir ein literarisches Programm mit Vorträgen und Lesungen, unterstützt von der Uelzener Versicherung (deren Vorsitzenden Direktor Dr. Hölscher ich ebenfalls heute begrüßen darf), und richten seit diesem Jahr die von der Stadt übernommenen renommierten Weingeister-Lesungen aus.
  • Über Uelzen hinaus wirken wir nicht nur mit dem Literaturpreis, für den wir alle zwei Jahre Sponsoren suchen. Wir sind Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften (ALG), bei deren Tagungen dabei und auf deren Homepage zu finden. Wir stehen kurz vor der Einrichtung einer eigenen Homepage im Internet, geben noch dieses Jahr das erste Periodikum der Gesellschaft heraus beim Verlag für Berlin und Brandenburg (dessen Leiter, Herrn Förster, ich hier ebenfalls herzlich begrüße) und planen zusammen mit den Kindern Werner Bergengruens, die weit verstreuten Bergengruen-Titel endlich in einer Werkausgabe zusammenzuführen. (An dieser Stelle begrüße ich die zweitälteste Tochter Maria Schütze-Bergengruen, Vizepräsidentin unserer Gesellschaft.)
  • Genug der Eigenwerbung. Wir konzentrieren uns jetzt auf die Preisverleihung und den Preisträger 2011, Peter Kurzeck. Ich übergebe das Wort an den Laudator Wend Kässens und danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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