Was ist die WeBeGe

Die Werner Bergengruen-Gesellschaft (WeBeGe) wurde 1992 von Frank-Lothar Kroll, heute Professor für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Chemnitz, aus der Taufe gehoben. Sie will die Erinnerung an den 1892 in Riga geborenen, 1964 in Baden-Baden verstorbenen Erzähler und Lyriker Werner Bergengruen wach halten, der noch in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts einer der meistgelesenen Schriftsteller in Deutschland war (laut SPIEGEL-Umfrage 1967 der neben Hesse beliebteste unter deutschen Studenten) und im Zuge der Kulturrevolution nach 1968 aus den Schullesebüchern und Literaturgeschichten verbannt wurde. Durch die Förderung einer nachhaltigen Beschäftigung mit seinem Werk versucht die Gesellschaft, dieses einer militanten politischen Ideologie geschuldete Unrecht wieder gut zu machen, nicht zuletzt auch, weil Bergengruen, der ja auch aus der Reichsschrifttumskammer ausgestoßen wurde, sich im Dritten Reich nachweislich am Widerstand beteiligt hat (u.a. als Beherberger der „Weißen Rose”, für die er Flugblätter austrug). Die Literaturwissenschaft hat ihm längst bescheinigt (u.a. Emil Staiger, Otto F. Bollnow, Hermann Kunisch, Gero v. Wilpert), dass er mit seinen Romanen, Erzählungen und Gedichten Werke von klassischem Rang geschaffen hat. Neuerdings rückt er durch eine Aufarbeitung der sog. „Inneren Emigration“ in Fachtagungen und Publikationen als einer ihrer bedeutendsten Protagonisten wieder in den Vordergrund.

2007 hat die Gesellschaft, die seit 1993 im Vereinsregister Erlangen geführt war, ihren Sitz nach Uelzen verlegt, wo ihr jetziger Präsident, Eckhard Lange, seinen Wohnsitz hat. Vizepräsidentin ist Maria Schütze, geb. Bergengruen, die zweitälteste Tochter des Schriftstellers.
Neben der Durchführung von Tagungen und der Förderung wissenschaftlicher Arbeiten plant die WeBeGe eine Gesamtausgabe der Werke Bergengruens. Sie gibt unbter em Titel “Bergengrueniana” eine Schriftenreihe heraus.  Mit dem Werner Bergengruen-Preis, der seit 2009 alle zwei Jahre verliehen wird und mit 5000 € dotiert ist, will die Gesellschaft die Erinnerung an den baltischen Schriftsteller mit der Würdigung heutiger deutschsprachiger Autorinnen und Autoren verknüpfen. Erste Preisträgerin war die in Hamburg geborene, heute in Berlin lebende junge Autorin Svenja Leiber, die kurz zuvor mit dem Erzählband „Büchsenlicht“ debütierte. 2011 erhielt Peter Kurzeck den Preis. Der 1943 in Westböhmen geborene, heute abwechselnd in Frankfurt/M und Südfrankreich lebende Schriftsteller ist zuletzt mit seinem über 1000seitigen Roman „Vorabend“ aus seinem auf zwölf Bände angelegten Zyklus „Das alte Jahrhundert“ hervorgetreten. Preisträger des Jahres 2013 ist der Schriftsteller und Lyriker Kurt Drawert, der  zuletzt mit seiner Monographie „Schreiben. Vom Leben der Texte“ Aufsehen erregte.

Preisträgerin des Jahres 2015 ist Felicitas Hoppe, Büchnerpreisträgerin des Jahres 2012.

Der Vorstand der Werner-Bergengruen-Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, nach und nach die Desiderate, die sich aus § 2 der Satzung ergeben, zu erfüllen:

Paragraph 2: “Die Gesellschaft fördert Studium und Verbreitung des Werkes von Werner Bergengruen und bemüht sich darum, es der literarisch interessierten Öffentlichkeit verstärkt zugänglich zu machen.”

Sie stellt sich insbesondere folgende Aufgaben:

  1. Edition einer Werner-Bergengruen-Werkausgabe sowie Neudruck von Einzelausgaben vergriffener Hauptwerke.
  2. Erschließung und Erarbeitung des Nachlasses, auch in Form von wissenschaftlichen Editionen mittels ideeller und – sofern möglich – finanzieller Unterstützung der mit diesen Aufgaben betrauten Verlage und Institutionen seitens der Gesellschaft.
  3. Veranstaltung von Tagungen, Symposien, Kongressen, Vorträgen und Ausstellungen, die sich mit dem Werk Werner Bergengruens im Rahmen der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts wissenschaftlich auseinandersetzen.
  4. Veröffentlichung von Tagungsbeiträgen, Vorträgen, Aufsätzen und Miszellen zu Bergengruens Werk, zu seinem Umfeld und zur deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts.
  5. Anregung und Betreuung von wissenschaftlichen Vorhaben und Arbeiten, die sich auf das Werk Werner Bergengruens beziehen.
  6. Zusammenarbeit mit anderen literarischen Gesellschaften.
  7. Die Gesellschaft bemüht sich um die Schaffung eines Werner-Bergengruen-    Literaturpreises

Der Vorstand ist im Gespräch mit mehreren Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Literatur, die ihr Interesse an einer Aufarbeitung der Epoche und Tradition, für die Werner Bergengruen u.a. stehen, bekundet haben, nicht zuletzt auch um die ab 1968 einsetzende vorwiegend ideologische Sicht auf diese Literatur zu korrigieren.
Die Werner Bergengruen-Gesellschaft e.V. ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e.V. (ALG) www.alg.de

Kontakt

Werner Bergengruen-Gesellschaft  e.V.
Hambrocker Ring 13   29525 Uelzen   T. 0581/3892980  Fax 0581/3892982  e-mail: kontakt@werner-bergengruen-gesellschaft.de
Internet: www.werner-bergengruen-gesellschaft.de

Bankverbindung

Bankverbindung: Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg (BLZ 258 501 10)
Kt.Nr. 263558 IBAN: DE14 25850110 0000 263558 BIC: NOLADE21UEL

Vorstand

Präsident: Eckhard Lange
Vizepräsidentin: Maria Schütze-Bergengruen
Wissenschaftlicher Beirat:
Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll, Chemnitz
Prof. Dr. Günter Scholdt, Saarbrücken
Dr. Bernhard Stalla, Rosenheim